Was Palliative Care wirklich ist

Dienstag, 06. August 2019, 11:40 Uhr

«Als mir mein Arzt empfohlen hat, Unterstützung durch Palliative Care in Anspruch zu nehmen, habe ich gedacht, dass ich bald sterbe.»

So reagieren viele Menschen, die zum ersten Mal mit Palliative Care in Berührung kommen. Dabei kommt die Palliative Care lange bevor es ums Sterben geht ins Spiel, denn sie kann die Patientinnen und Patienten bereits unmittelbar nach einer Diagnose bei entscheidenden Fragen massgeblich unterstützen.

Palliative Care am Race for Life
Am Race for Life Benefiz-Marathon, am 8. September auf dem Bundesplatz, diskutieren Fachpersonen mit dem Wittwer einer verstorbenen Krebspatientin darüber, ab wann Palliative Care sinnvoll ist und welchen Nutzen sie bringen kann. Kommen Sie vorbei und entdecken Sie, welche vielseitigen Aspekte die Palliative Pflege umfasst. Überwinden Sie Ihre Berührungsängste, indem Sie sich mit den anwesenden Fachpersonen austauschen.

 

 


FRAGEN UND ANTWORTEN ZUR PALLIATIVE CARE

Wenn man «palliativ» behandelt wird, bedeutet das, dass man keine Therapien mehr erhält
Falsch! Eine vorausschauende und sorgfältige Planung der Versorgung sorgt dafür, dass die Lebensqualität bis zuletzt so hoch wie möglich bleibt. Je nachdem, was den Patientinnen und Patienten wichtig ist, werden Therapie und Pflege entsprechend der Situation, den Symptomen und den individuellen Bedürfnissen weitergeführt und laufend angepasst.

Man muss im Sterben liegen, um Palliative Care zu erhalten
Falsch! «Palliative Care» widerspiegelt eine Werthaltung gegenüber dem Menschen und leitet sich aus dem lateinischen «pallium» ab, was einem mantelähnlichen Umhang entspricht. Das englische Wort «care» bedeutet neben «Pflege, Betreuung, Begleitung auch «ich sorge mich um dich» und: «du bist mir wichtig, so wie du bist».
Palliative Care umfasst somit die Betreuung und Behandlung von Menschen, die von einer chronischen oder lebenszeit-limitierenden Krankheit betroffen sind. Im Zentrum steht der Mensch als Ganzes mit seinen physischen, sozialen und spirituellen Bedürfnissen.  Der Kampf gegen die Krankheit ist nicht vordergründig, sondern der Erhalt der Lebensqualität, der Würde und der Selbstbestimmung der betroffenen Menschen.

Eine Palliative Care Abteilung im Spital kann man lebend verlassen
Richtig! Auf Palliativabteilungen der Spitäler ist dies meistens der Fall. Ein Aufenthalt im Spital ist oft bei ausufernden Schmerzproblemen oder komplexen Situationen notwendig. Wenn sich die Situation stabilisiert hat, können die Patientinnen und Patienten oft wieder nach Hause gehen, nachdem die notwendige Unterstützung zuhause aufgegleist wurde.

Palliative Care kriegt man auch ausserhalb des Spitals
Richtig! Es gibt mobile Teams wie die Spitex, die Patientinnen und Patienten zu Hause oder in Alters- und Pflegeheimen oder kleineren Spitäler palliativ unterstützen.

Auch Angehörige von kranken Menschen erhalten von Fachpersonen Unterstützung
Richtig! Palliative Care kümmert sich um das gesamte Betreuungsnetz der Patientinnen und Patienten. Angehörige sind manchmal unsicher im Umgang oder in der Pflege von kranken Menschen. Oder sie sind überfordert mit der Situation und wissen keinen Rat mehr. Fachpersonen der Palliative Care unterstützen und beraten Angehörige und berücksichtigen auch deren Bedürfnisse in der Vorausplanung.

Fachpersonen der Palliativ Care unterstützen Angehörige auch nach dem Tod
Richtig! Angehörige können sich nach dem Tod eines geliebten Menschen beim behandelnden Palliative Care Team für Beratungen und Klärung von Fragen melden. Auch besteht die Möglichkeit, sich an einem sogenannten Trauercafé mit anderen trauernden Menschen auszutauschen. Das Trauercafé wird von Fachpersonen geleitet und betreut. Mehr Infos dazu unter: www.palliativebern.ch/aktuell/