Rückmeldungen Fachsymposium Palliative Care 2016

Rückblick Fachsymposium Palliative Care 2016

Prof. Dr. med. Steffen Eychmüller bezeichnete das Programm in seiner Einführung als „wilden Ritt“. Wobei jedes einzelne Thema sehr viel Sorgfalt verdiene. In der Tat bot das Fachsymposium Palliative Care 2016 ein vielfältiges Programm „vom Krankenbett bis zur Politik“ – wie es die Einladung versprochen hatte.

Sorgen und Bedürfnisse der Angehörigen
Das Symposium eröffnet haben zwei Frauen, die als Angehörige Erfahrungen mit Palliative Care gemacht haben. Doris Henz und Céline Bouche haben ihre Ehemänner im Sterben begleitet. Aufgrund ihrer persönlichen Erfahrung haben sie klare Vorstellungen, was Palliative Care leisten sollte - und welche Mängel noch bestehen.

Link: Angehörige Doris Henz und Céline Bouche

Welche Angebote haben wir und wie gut sind wir?
Dieser Frage widmeten sich die Pflegeexpertin Monica Fliedner, MSN, Co-Leiterin des Palliativzentrums und Dr. med. Heike Gudat, Ärztliche Leiterin des Hospizes im Park in Arlesheim. Sie warfen einen Blick zurück auf 30 Jahre Palliative Care in der Schweiz, fragten sich kritisch, wo wir heute stehen, und zeigten auf, in welche Richtung der Weg gehen könnte.

Link: Perspektiven aus Pflege und Medizin

Welche Fragen an die Medizin stellt das Lebensende?
Prof. Dr. med. Friedemann Nauck nannte in seiner Präsentation die Vielzahl an Problemfeldern, mit denen sich Palliative Care konfrontiert sieht. Die Disziplin stelle die Medizin vor Fragen, für die sie nur bedingt offen ist. Und er fordert: „Wenn wir uns in der Medizin behaupten wollen, brauchen wir Evidenz.“

Link: Welche Fragen an die Medizin stellt das Lebensende, und wie offen ist sie dafür?

Welchen gesellschaftlichen Wert hat das Lebensende?
„Wir brauchen eine Vision, eine Ästhetik für das Lebensende.“ So lautet die Forderung, die Prof. Steffen Eychmüller zum Abschluss des Symposiums formulierte. In seiner Präsentation schlug er den Bogen von den existenziellen Fragen, die sich dem einzelnen Menschen am Ende seines Lebens stellen, bis zur politischen Strategie Gesundheit 2020 und was sie für Palliative Care bedeutet.

Link: Antrittsrede Prof. Dr. Steffen Eychmüller "Welchen Wert hat das Lebensende in unserer Gesellschaft?"

Braucht die Schweiz ein Palliativ-Care-Gesetz?
„Sie haben ausgezeichnete Voraussetzungen für erfolgreiches Lobbying – nehmen Sie sich ein Beispiel an der Landwirtschaft.“ Diesen Ratschlag von Seiten des CVP-Präsidenten Gerhard Pfister war eines von vielen engagierten Voten im Rahmen der Podiumsdiskussion. Eine Zusammenfassung in Zitaten.

Link: Podiumsdiskussion "Brauchen wir ein Palliative-Care-Gesetz in der Schweiz?"

„Vom Krankenbett bis zur Politik – das Lebensende als gesellschaftliche Herausforderung"

Das Lebensende löst auch weiterhin viele Sorgen und Unbehagen aus. Der Verlust der bisher selbstbestimmten Lebensweise, die Auseinandersetzung mit der Endlichkeit, die Hoffnungen auf die heilende Medizin, die Sorge vor Pflegeabhängigkeit und Leiden – dies alles hat sich in den vergangenen Jahren und Jahrzehnten kaum geändert. Trotz der Nationalen Strategie Palliative Care in der Schweiz bleibt das Image des Lebensendes negativ, verstärkt durch die vielen offenen ökonomischen Fragen. Welchen Wert hat in unserer Gesellschaft das Lebensende? Wie gut passen die Ideen der Fachpersonen zu einer guten und würdevollen Begleitung mit den Bedürfnissen der Betroffenen zusammen? Wieviel Aufmerksamkeit geniesst das Thema Lebensende in der heutigen Medizin? Und wieviel in der Politik?

Könnte sich der Stellenwert und das Image des Lebensendes in der Schweiz verbessern lassen durch eine gesetzliche Grundlage?

Diesen Fragen möchten wir am diesjährigen, dem dritten Fachsymposium des Zentrums für Palliative Care am Inselspital in Kooperation mit der nationalen Forschungsplattform Palliative Care nachgehen. Dabei soll ein grosser Bogen gespannt werden: von den Erlebnissen am Krankenbett bis zu den politischen Entscheidungsebenen. Wir suchen und brauchen den Dialog zwischen betroffenen Angehörigen, Fachpersonen und der Politik – denn das Lebensende ist eine gesellschaftliche Herausforderung, und der Umgang damit vielleicht ein Zeichen zivilisatorischer Reife.

An der Podiumsdiskussion nehmen teil:

- Yvonne Feri, Nationalrätin (SP/AG)
- Gerhard Pfister, Nationalrat (CVP/ZG)
- Rosmarie Quadranti-Stahel, Nationalrätin (BDP/ZH)
- Andrea de Meuron, Grossrätin Kanton Bern (Grüne)
- Sonja Flotron, Präsidentin der Fachgesellschaft «palliative ch» 

Im Namen der Veranstalter lade ich Sie herzlich ein, und freue mich auf spannende und berührende Momente.

Steffen Eychmüller

Ärztlicher Leiter Palliativzentrum und Stiftungslehrstuhl Palliative Care der Universität Bern

Fachsymposium Palliative Care

Zentrum für Palliative Care, Universität Bern